Tolle Tage in Vientiane

Hallo ihr Lieben,

nach der Hotelpanne kamen am nächsten Tag Tim und Claudia ebenfalls in Vientiane an. Wir genossen den Abend an der Flusspromenade des Mekong, waren mal wieder auf dem Nachtmarkt und anschließend lecker Essen.

image

image

Gestern machten wir uns dann zum Buddhapark auf. Dieser liegt etwas außerhalb und ist recht neu. Dort trafen wir auf eine Vierergruppe von Mönchen, welche uns um Hilfe bei den Englischübungen, bat. Sie gehen zwar in die Schule bei den Mönchen, lernen dort auch lesen, schreiben und rechnen, aber Englisch bringen sie sich selbst bei. Dadurch entstand ein so unglaublich spannendes Gespräch, über das wir uns bis heute riesig freuen.

Zwei der Mönche waren 17 und planen bis sie Zwanzig sind im Wat zu bleiben. Dann müssen sie sich entscheiden, ob sie sich eine normale Arbeit suchen möchten, oder ob sie im Tempel als Mönch leben. Die anderen beiden waren bereits 20. So lange die Jungs im Wat Leben, gelten für sie die gleichen Regeln wie für andere Mönche auch: Sie dürfen nach 12 Uhr mittags nichts mehr Essen, dürfen keine Frauen berühren und sich nicht mit ihnen ohne männliche Aufsicht über Religion unterhalten. Deshalb wären wir, als Mädchen, nie von uns aus auf Mönche zugegangen.
Die Vier beantworteten, während des Gespräches, alle unsere Fragen und ließen lustige Sprüche los. So erklärten sie uns, dass die verschiedenen Gürtelfarben nichts zu bedeuten haben, sondern das jeder sie nach seinem Geschmack aussucht und dass es im Tempel Internet gibt. Außerdem dürfen sie selbstverständlich keine Freundin haben – „we’re just looking“ (Antwort auf die Frage, ob Laoten im allgemeinen unverheiratet eine Freundin haben dürfen). Darüber mussten wir so lachen! Unser lustiges Gespräch sorgte für viele neidische Blicke seitens anderer Parkbesucher, vor allem als wir uns mit ihnen fotografieren ließen – und sie sich mit uns! 🙂

image

image

image

image

Auf dem Rückweg machten wir im COPE-Centre halt. Dieses sorgt dafür, dass vor allem Minengeschädigte eine Prothese bekommen. Denn hier sind die Menschen unglaublich arm und können sich soetwas nie leisten, auch wenn dort eine Prothese für nur 75$ maßangefertigt wird.

image

Wir sahen wir uns dort auch ein Dokumentarfilm an. Die Geschichte von Laos ist unglaublich schrecklich! Während des Vietnamkrieges kam Laos zwischen die Fronten. Da es für die US-Piloten viel zu gefährlich war, auf den Stützpunkten (in Thailand) mit Munition zu landen, wurden diese einfach über Laos abgeworfen – über einem Land, das neutral war und dem nie der Krieg erklärt worden war. So kam es dazu, dass das kleine unscheinbare Laos, das am schwersten bombardierte Land ist (auch Deutschland und Vietnam eingeschlossen)! Es wurden über 2 Millionen Tonnen Bomben über Laos abgeworfen und etwa 30% davon sind nicht gleich detoniert und lauern noch heute im Untergrund.
Dieses Land ist so arm, dass Viele ihre Familie nicht ernähren können und das Ganze wird noch schlimmer, da durch die Mienen Landerschließung lebensgefährlich ist. Etwa 25% der Dörfer sind minenverseucht und oft geht auch nach Jahren in einer Siedlung doch noch eine Mine hoch, ein kleines Feuer zu nah an der Mine reicht aus. Jedes Jahr kommt es zu vielen Schwerverletzten und auch Todesfällen.
Die Laoten machen das Beste daraus und nutzen das Metall der (entschärften) Bomben um Haushaltsgegenstände herzustellen, Eimer, Töpfe, Messer alles was man so braucht.
Der Besuch war unglaublich interessant und man erfährt so viel über ein Land, das anscheinend vergessen wurde.

image

image

Nach dem wir den Besuch des COPE-Zentrums verdaut hatten gingen wir zu Viert Essen und wir verabschiedeten uns Richtung Thailand. Heute sind wir dann auch wohlbehalten wieder in Bangkok angekommen.

Liebe Grüße aus dem friedlichen Bangkok
Lisa & Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert